Unisex: Willkommen im Endspurt

Thema: // Author: Arne Lotze

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?

Weihnachten im Supermarkt

Meine Kollegen wird freuen zu lesen: Nein, noch nicht.

Folgenden Nachsatz werden sie fürchten: Aber bald.

Dann wird es einmal mehr gar sehr weihnachten bei uns.

Zuvor aber spurten wir end. Zumal: Bald ist Weihnachten und der Termin, zu dem es noch möglich ist, davon zu profitieren, dass man ein geschlechtliches Wesen ist, endet noch früher.

21.12.2012

Der 21.12.2012 ist allerdings der Tag, an dem ein Versicherungsvertrag dem Kunden zugegangen sein muss. Das heißt aus juristischer Sicht, er muss das Versicherungsunternehmen am 18.12.2012 verlassen haben. Damit das passieren kann, muss da überhaupt ein Antrag eingehen. – Wir sehen also, der September läuft bereits und vom Dezember bleibt nicht viel übrig.

Das heißt natürlich auch: Noch haben wir den gesamten Oktober und November. Das ist hinreichend. Selbst dann, wenn man in Anträgen Angaben zum Gesundheitszustand machen muss und der eine oder andere Arzt angefragt wird.

Nur, wer sich jetzt nicht informiert, dem wird genau diese Zeit nicht zur Verfügung stehen und er ist im besten Falle zu spät dran.

Was daran gut ist, zu spät dran zu sein? Nun, es könnte zum Beispiel sein, dass die Vorteile, die flöten gehen, für die betreffende Person vollkommen egal sind. Und viel wichtiger: Schlimmer ist in jedem Falle, zwischen dem Einkauf von vier Weihnachtsgeschenken noch schnell irgendeinen Vertrag bei irgendeinem Versicherer zu unterschreiben, weil einem auf den letzten Drücker einfällt, dass man sich noch irgendeinen Vorteil sichern muss.

Auch bis zum 21.12.2012 bleibt es dabei: Versicherungen sind selten ein Lieblingsthema. Aber ein wichtiges. Sonst würde man sich überhaupt nicht erst damit beschäftigen.

Sich über Wichtiges, das über entsprechende Laufzeiten beträchtliche Summen kostet, weniger Gedanken zu machen als über das Weihnachtsgeschenk für den Bruder, ist Quatsch.

„Will uns der Herr Finanzdiskurs denn eigentlich auf den Arm nehmen? Der hat ja immer noch nicht gesagt, was das eigentlich ist, dieses Unisex!“, wird sich der eine oder andere sicher denken.

Stimmt. Und nein, möchte er nicht, der Herr Finanzdiskurs. Der Herr Finanzdiskurs weiß aber auch, – s.o. – dass Versicherungen selten Lieblingsthema sind und liefe Gefahr zu langweilen.

Was heißt Unisex?

Aber: Da kommt die Unisex-Geschichte her:

Nicht von den Schweizern.

Sondern vom EU-Gerichtshof, der in der Rechtssache C-236/09 entschieden hat, dass es auch bei Versicherungen keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt.

Bislang war man davon ausgegangen, dass Männer und Frauen unterschiedlich alt werden, unterschiedliche Erkrankungen bekommen, nur zuteilen schwanger werden können und unterschiedlich sicher Auto fahren.

Deswegen waren verschiedene Arten von Versicherungen mal für Männer und mal für Frauen günstiger.

In der Folge wird nun also manches für Männer und manches für Frauen teurer.

Vielleicht wird aber auch einfach alles teurer, wie im Manager Magazin nachzulesen war:

Manager Magazin: Der horrende Preis der Gleichmacherei

Je mehr es auf die kalte Jahreszeit zugeht, desto wärmstens möchte ich also ans Herz legen, sich mit jemandem, der sich auskennt, zusammenzusetzen und zu prüfen:

Ist Unisex für mich relevant?

  1. Um welche für mich relevanten Versicherungen geht es?
  2. Geht der ganze Zirkus mich also was an?
  3. Wie genau sieht im Einzelfall eine clevere Lösung aus?

Schließlich wird jemanden mit einer Erdbeerallergie wenig interessieren, wenn Erdbeeren 2013 nicht mehr 3 € die Schale kosten, sondern 6 €.

Wer das weiß, wird dann aber auch nicht panisch einen halben Obstladen kaufen, als stünde er alkoholisiert Sonntagfrüh auf dem Hamburger Fischmarkt und ließe sich Obst anschreien.

Fischmarkt

Dem ein oder anderen Obstladen – und einer großen Menge an Versicherern traue ich nämlich durchaus zu, mit Slogans zu werben wie: „Versicherungen 2013 60% teurer!!!“

Das trifft dann natürlich nicht auf Obst, sondern nur auf Erdbeeren zu. Gleichzeitig werden Papayas nur 3% teurer und Bananen sogar 5% günstiger. Das wird aber nur überblicken, wer sich in aller Ruhe informiert. Der hat außerdem Zeit, sich das Obst mal anzuschauen. Ich zahle nämlich lieber nächstes Jahr 6 € für eine Schale richtig leckere Erdbeeren als dieses Jahr vermeintlich günstige 3 € für schon halb verfaulte zu bezahlen.

Ganz ausdrücklich „also“ und nicht „ergo“: Jetzt informieren, Ruhe bewahren und es dann fröhlich weihnachten lassen.

Für Leseratten in Versicherungsdingen:

Handelsblatt: Wie Männer und Frauen mit Unisex sparen

Süddeutsche: Frauen können schon jetzt von Unisex profitieren

Spiegel: Unisex für alle

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
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