Staatsverschuldung: „Griechenland ist hier“

Thema: // Author: Arne Lotze

Wie jetzt? Griechenland ist hier? Was das Wetter anbelangt, kann ich das Gegenteil behaupten – Mitte 20° C haben wir in Deutschland derzeit beileibe nicht.

Nun, der Mensch lebt nicht von der Sonne allein und richtig: „Nach Golde drängt, / Am Golde hängt / Doch alles. Ach wir Armen!“ (von Goethe, Johann Wolfgang: Faust I, Vers 2802 ff.)

Und „wir Armen“ nimmt die Pointe bereits vorweg.

Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, spitzt in jenem Zitat zu, welche Bürde wir in Deutschland mit Beamtenpensionen, die gezahlt werden müssen, mit uns herumtragen.

Raffelhüschen

Mit Beginn des wirtschaftlichen Strauchelns Griechenlands war eine Gruppe recht schnell als Mitschuldige ausgemacht: Der hohe Anteil von Menschen, die durch ihre Bezüge unmittelbar zum Steigen der Staatsverschuldung beitragen; die griechischen Beamten.

Mehr Beamte in Deutschland als in Griechenland

Inzwischen wissen wir (Financial Times: Anteil Beamter), dass der Anteil der Beamten an der Gesamtbevölkerung in Deutschland sogar höher ist als in Griechenland. Und damit leider auch die mittel- und langfristigen finanziellen Verpflichtungen bzw. wie Prof. Raffelhüschen es formuliert: „das grundsätzliche Problem der drohenden Versorgungs-Verpflichtungen […], die die Einhaltung der Schuldengrenze noch erschweren dürfte.”

1,3 Billionen Euro (also 1.300.000.000.000 €) müssten für die in 2009 vorhandenen 1,38 Millionen Beamten an Rückstellungen gebildet worden sein.  Insbesondere, weil 42% dieser Beamten 2009 über 50 Jahre alt war.

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Das weiß heute wahrscheinlich noch keiner so richtig. Vielleicht stoßen wir irgendwo in Deutschland ja ganz unerwartet auf Ölvorkommen; das würde helfen. Ansonsten sieht es farblich sehr öl-ähnlich aus.

In Anbetracht nämlich von 2 Billionen Staatsverschuldung, die bereits zu Buche stehen plus 1,3 Billionen, von denen bereits feststeht, dass sie zur Verfügung gestellt werden müssen.

Was das den Nicht-Beamten angeht?

Eine Menge.

Der Staatshaushalt funktioniert schließlich, indem Geld eingenommen wird und Geld ausgegeben wird. Während meines Studiums habe ich erfahren, dass man ganz schlecht Geld ausgeben kann, wenn man keines hat. Deutschland hat da insofern Glück als seine Bonität besser bewertet wird als die eines Studenten. Aber auch Deutschland kann nicht unendlich viel Schulden machen.

Wenn jetzt also ganz viel Geld ausgegeben werden muss – wir erinnern uns 1.300.000.000.000 € – und kein Mensch weiß, woher nehmen, heißt das im Umkehrschluss, dass weniger Geld vorhanden ist, um es woanders auszugeben. Zum Beispiel um der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Gesetzlichen Pflegeversicherung oder der Deutschen Rentenversicherung Bund unter die Arme zu greifen.

Beamte mögen in der Tat die heimlichen (Alters-)Reichen sein (Spiegel: Beamte, die heimlichen Reichen), was die Entwicklung des Gesamthaushaltes angeht, blicken wir jedenfalls großen Herausforderungen entgegen – und es ist sicher nicht verkehrt, in Erwägung zu ziehen, den Vermögensaufbau und die Gesundheitsversorgung mit in die eigene Verantwortung zu ziehen.

Demokrit

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

– Demokrit

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