Asset-backed Securities

Thema: // Author: Arne Lotze

Warum sollten mich Asset-backed Securities interessieren?

ABS sollten interessieren, weil sie viel zur Finanzkrise 2008 beigetragen haben – deren Nachwehen wir 2015 in Form der anhaltenden Niedrigzinspolitik und Eurozonenkrise noch immer spüren, während im Lan der Urheber, den USA schon  über den Zeitpunkt des Anhebens des Leitzinses diskutiert wird – was dann übrigens festverzinsliche Wertpapiere, also Anleihen unter Druck bringen wird. ABS helfen also dabei, die Welt zu verstehen, in der wir leben.

Was sind Asset-backed Securities?

Asset -backed Securities sind forderungsbesicherte Wertpapiere. Das heißt also, Zettel, die Geld wert sind, solange zweierlei Bestand hat:

  1. Der Herausgeber (Emittent) der Wertpapiers muss solvent sein. Von dem bekommt man als Käufer von ABS nämlich sein Geld.
  2. Die Sicherung des Wertpapiers, zum Beispiel durch Immobilienkredite muss funktionieren. Die Sicherheit des ABS Wertpapiers ist nämlich nur so gut, wie fleißig die Immobilienfinanzierenden, die dahinterstecken, ihre Raten bezahlen.

Fatalerweise bekommt man keine Liste der Finanzierenden, wenn man ein ABS kauft. Die Hypothekenkredite werden vielmehr zu Paketen geschnürt, die Pakete werden nach Gesamtbonität geratet und dann kann man die fröhlich tranchieren und weiterverkaufen.

Transparenz geht anders.

abs Finanzkrise

(Ver-)kaufe nur, was Du verstehst

Vielleicht wäre viel vermieden worden, wenn alles im Rückblick nicht so schwer zu verstehen wäre und man sich mehr an den Grundsatz: Verkaufe/Kaufe nur, was Du verstehst gehalten hätte.
Warum ist es sinnvoll und vertretbar, Kunden Kredite zu geben, die ihre finanziellen Möglichkeiten bei der kleinsten Unwägbarkeit übersteigen? Wie kann es Normalität werden, sich eine Immobilie zu kaufen, ohne einen Dollar Eigenkapital gespart zu haben? Wo kam die Überzeugung her, dass die Preise von Immobilien immer steigen?

Es krankte also am Ursprung von ABS, nämlich den Gläubigern von Immobilienfinanzierungen, die weder genügen Eigenkapital noch Liquidität hatten, ihre Immobilie ordentlich zu finanzieren:

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Fragen, die zu beantworten, im Rückblick schwer fällt, würde man intuitiv doch sagen: „So’n Quatsch. Niemals!“ So ging’s damals aber los. Zu der Zeit hatte der Chef der US-amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, dann die Idee, Kredite bündeln zu lassen, um das Kreditbündel dann raten lassen zu können und zu verkaufen. Mit einem Mal handelte es sich also nicht mehr um viele einzelne Kredite mit vielen US-amerikanischen Immobilienfinanzierenden dahinter, sondern um ein Wertpapier, das so lange sicher ist, wie die einzelnen Schuldner fleißig ihre Kredite zurückzahlen – nur, dass es dem Paketschnüren sei Dank unmöglich ist noch zu erkennen, welches Risiko dahintersteht.

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Eine spanende, vielleicht sogar gute Idee also, diese Asset-backed Securities, mit denen die Gier der Investmentbanken dann aber angefangen hat, Karussell zu fahren.

Die Blase platzt

Und so kam es dann:

Die Immobilienblase in den USA ist geplatzt, die Preise sind nicht immer weiter gestiegen, Häuslekäufer konnten ihre Raten nicht mehr zahlen und mussten ihre Häuser an die finanzierende Bank abgeben – die die Immobilie aber gar nicht haben wollte.

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In der Folge kamen immer mehr Immobilien auf den Markt – und steigt das Angebot, sinkt der Preis. Noch weiter. Mit einem mal waren Banken selbst in Finanznöten, da sie sich untereinander aber diese ABS wie warme Semmeln hin- und herverkauft hatten und das gegen die Wand gefahren war, war das Vertrauensverhältnis nicht das beste. Und so kam die Immobilienkrise in den USA als Vertrauenskrise zwischen Banken nach Europa – zumal auch Banken in Europa bzw. Deutschland fleißig in Asset-backed Securities investiert hatten.

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Und nun? Nun kämpfen wir uns im Grunde immer noch aus den Nachwirkungen der Finanzkrise heraus – und sollten vielleicht den Anfängen wehren. So richtig gesund sind die Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt vielleicht nämlich nicht und mit welcher Gier Banken derzeit bereit sind, wackelige Finanzierungen durchzuwinken, kann durchaus Anlass zu Sorge und Empörung sein.

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
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2 Kommentare zu “Asset-backed Securities”

  1. Apple_Iphone schrieb am

    Grüß dich Dank für diesen hervorragenden Artikel.Ich mag Deine Webseite!

    • Arne Lotze schrieb am

      Juhu! Danke für die Blumen!

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