Das Jahr 2011 – Butter bei die Fische

Thema: // Author: Arne Lotze

Prosit Neujahr

2012 ist in vollem Gange und die Wiener Philhamoniker und ich wünsch(t)en: Prosit Neujahr!

Und bislang läuft alles mindestens wünschenswert. Der DAX beispielsweise verbreitet bereits in den ersten drei Tagen mehr Dynamik der erfreulichen Art als er das im gesamten Jahr 2011 getan hat.

Milchmädchenrechnung. Schon klar. Der deutsche Aktienindex wird sich auch in 2012 und mit großer Wahrscheinlichkeit zeitnah wieder in die andere Richtung bewegen, und dann wieder in die andere und wieder in die andere usw.

Der DAX 2011

Wie war das denn aber nun – Butter bei die Fische – in 2011? Man las ja stets und häufig von einer Börsentragödie nach der anderen. Ich nehme das Ergebnis vorweg: -12%.

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Das kam so: Zunächst ging es, ganz ähnlich wie dieses Jahr, locker und beschwingt los, bis uns ab April Japan und Lybien ereilten. Am Ende fallen sowohl als auch im Chart aber kaum auf. Was sehr wohl auffällt, ist die Euro-/Schuldenkrise in ihrer vollen Pracht. Von fast 7.500 Punkten rauschten wir bis auf 5.000 Punkte nach unten – das war im September. Nachdem die Aufmerksamkeit dann einmal auf die Märkte gerichtet war und mit ihnen das Medieninteresse passierte lange Zeit viel und gar nichts. Kurzfristig gab es ein ständiges Ab UND Auf (das kam in der Berichterstattung deutlich zu kurz) und längerfristig bewegte sich eigentlich kaum was. Letztlich funktionieren DAX Punkte nicht anders als Äpfel:

„Der kleine Max hat 20 Äpfel. Er verliert zehn und findet an der nächsten Straßenecke zehn neue. Wie viele Äpfel hat er weniger als am Anfang?“

Richtig. Keine. Blöd wäre das lediglich dann gewesen, wenn er ausgerechnet zwischen Verlust und Straßenecke seine Äpfel hätte verkaufen wollen.

Und am Ende des Jahres hatte Max ja sogar nicht nur 20 sondern 24 Äpfel. Wenn er ein glückliches Händchen beim Zeitpunkt des Einkaufes hatte, vielleicht sogar 25 oder 26.

2011 war also wahrlich nicht berauschend. Es war aber auch KEINE Tragödie. Wollten wir etwas ganz Verrücktes machen, indem wir aus der Vergangenheit lernen, wären wir wahrscheinlich gut beraten, Fleiß, Demut und Bescheidenheit weiter hochzuhalten – und ein nennenswertes Maß an Ruhe und Bedächtigkeit. Mir persönlich fällt das aktuell noch leicht, da ich mich des Wunsches nach Ruhe nach dem Trubel zwischen den Jahren und um den Jahreswechsel noch nicht entwöhnt habe.

Vielleicht haben ja auch die Damen und Herren Redakteure Lust darauf, das Tagesgeschehen an den Märkte, das für die Masse der Leser doch ohnehin völlig ohne Belang ist, mit einer Randnotiz nur zu bedenken und sich bei einer Tasse Tee und guter Musik anderen Dingen zuzuwenden.

Central Krankenversicherung

Interessant genug wäre meiner Meinung nach beispielsweise der Umgang mit Kündigungen seitens der Central Krankenversicherung gewesen. Dass ebendie zum Jahreswechsel ihre Beiträge massiv erhöht hat, fand ja durchaus seinen Weg in die Presse. – Finanzdiskurs kommentierte: Eierlegende Wollmilchsau

Das eigentliche Skandalon ereignete sich aber erst danach. Die Central war nämlich nicht nur nicht in der Lage, Tarife ordentlich zu kalkulieren, sie besitzt dann auch noch die Frechheit, ihren Kunden beim Ausüben des Sonderkündigungsrechtes Steine in den Weg zu legen. Für gewöhnlich ist für eine Kündigung das Versenden eines Faxes hinreichend. Ich mag das allein deswegen ganz gerne, weil ich hinterher einen Sendebericht in Händen halte. Die Central beschloss nun aber, dass sie die Kündigung unbedingt postalisch und im Original bekommen muss, damit die Kündigung wirksam ist. Dass es dabei mit rechten Dingen zugeht, mag ja sein und ich bin fest überzeugt, dass der ein oder andere daraufhin weiterhin dort versichert sein wird und die Gesellschaft mit höheren Beiträge füttert.

Am Ende des Tages würde mich aber sehr wundern, wenn der Schuss nicht nach hinten losginge. Sympathischer und seriöser ist der Laden dadurch jedenfalls weder für Versicherte noch für Vermittler geworden.

Meine Kollegen und ich verschickten per Einschreiben und beschlossen 2011 ähnlich freudig, wie wir in 2012 gestartet sind.

Ich wünsche allen Lesern Gesundheit und Erfolg in den kommenden 363 Tage!

Prosit-Neujahr-2012

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
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