Inflation

Thema: // Author: Arne Lotze

Warum überhaupt Inflation?

Inflation hat mit der Menge an Geld zu tun, die in einem Land im Umlauf ist und damit, was man für diese Menge bekommt. Gibt es Wirtschaftswachstum, was durchaus wünschenswert ist, steigt der Wert der Güter und Dienstleistungen in einem Land (sie erzeugen das Wirtschaftswachstum ja), es kommt zu mehr Beschäftigung (und Beschäftigte verdienen Geld) und in der Folge passt sich der Preis für Waren und Dienstleistungen dem größeren Angebot an Geld an.

Das heißt also, Inflation gibt es nicht nur, sie ist – in moderater Form – sogar wichtig für die heutigen Wirtschaftssysteme. Historisch ist sie  immer messbar aber nicht immer moderat gewesen, im Schnitt darf man aber auch in einer Niedrigzinsphase wie heute 2,00%-2,50% jährliche Inflation annehmen:

Inflation historisch

Inzwischen lässt sich die Inflationsrate, dem statistischen Bundesamt sei Dank sogar individuell im Rahmen des Preiskaleidoskops bzw. Statistisches Bundesamt: Persönliche Inflation berechnen kann.

Inflation und Geldanlage

Für Anleger bedeutet das, dass es bei längeren Zeiträumen – was für mich schon bei 4-5 Jahren anfängt, mit Blick auf den langfristigen Vermögensaufbau im Sinne der Altersvorsorge aber Conditio sine qua non ist – entscheidend ist, eine höhere Rendite zu erreichen als die Inflationsrate. Sonst stellt man am Ende nämlich fest, dass man beim Sparen keine Kaufkraft gewonnen, sondern verloren hat. Und da die Inflation wie Geldanlage eine Exponentialfunktion ist  – allerdings mit negativem Vorzeichen, wird der Effekt immer schlimmer, je länger man Geld unsinnig anlegt. Wir erinnern uns:

zinseszinsformel

Warum das erwähnenswert ist? Weil die Deutschen so sicherheitsorientiert Geld anlegen, dass sie mit Sicherheit ihre Kaufkraft vernichten. 2013 waren 41% des Geldes auf Girokonten, Sparbüchern usw., Produkten also, die zum kurzfristigen Parken von Geld ungemein geeignet sind, aber auch nur dafür. Die Versicherungen auf Platz 2 werfen in Deutschland Geld ebenfalls keine Rendite nennenswert oberhalb der Inflationsrate ab – siehe der legale Betrug – so dass ein Paradigmenwechsel durchaus angezeigt wäre.Geldvermögen

In der Realität passiert aber häufig diese Misswirtschaft:

Inflation versus Bankeinlagen langfristig

Sparer legen Geld mit einer monatlichen Sparrate von 100 € über 35 Jahre mit einer Verzinsung von 1,00% an, um sich davon später eine Menge kaufen zu können. Immerhin, 8.263,12 € an Zinsen kommen bei 42.000 € Einzahlungen on top:

1 Prozent 35 Jahre

Es wirken aber die erwähnten ca. 2,00% Inflationsrate dagegen. Das führt dazu, dass die 50.263,12 € 35 Jahre später noch eine Kaufkraft haben von 25.132,95 €. Da geht sie hin die Kaufkraft.

inflation 35 Jahre

 

Und das in Zeiten, in denen die Deutsche Rentenversicherung eine Frittenbude ist! Umso wichtiger wäre es, clever für’s Alter vorzusorgen.

Dann kann man sich später sogar noch einen Streuseltaler bei Kamps leisten, auch wenn der bis dahin wahrscheinlich 4 € kostet.

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