Geldanlage: Grauer Kapitalmarkt

Thema: // Author: Arne Lotze

Was ist der graue Kapitalmarkt?

Im grauen Kapitalmarkt werden Steuern nicht hinterzogen aber kreativ gestaltet und der Anlegerschutz ist weniger ausgeprägt als am sog. „weißen Kapitalmarkt“. Zum grauen Kapitalmarkt gehören beispielsweise geschlossene Immobilienfonds, Medienfonds, Schiffsfonds aber auch Glücksspielbeteiligungen oder Diamantenhandel. Damit sich die Gestaltung überhaupt lohnt, sind die Summen, mit denen man in entsprechende Beteiligungen investiert häufig etwas höher, genauso wie das Verlustrisiko bis hin zur Nachschusspflicht.

Das macht den grauen Kapitalmarkt zu einem spannenden Feld und zu einem relevanten für Anleger, denen das Thema Steuerersparnis ein besonders dringliches ist. Das sind zumeist die Anleger die viel Steuern zahlen, weil sie entsprechend hohe Einkünfte haben. Gleichzeitig sind sie es auch, die das Risiko des Komplettverlusts und die eingeschränkte Flexibilität verkraften können.

Grauer Kapitalmarkt: Illustre Beispiele

Illustre Beispiele von Fällen, in denen die Beteiligung am grauen Kapitalmarkt nach hinten losgegangen ist, gibt es bedauerlich viele. Den Hamburgern wird sicher der Name Prokon geläufig sein, die erst mit große Renditen für die Beteiligung an Windkraftanlagen geworben haben, um dann Insolvenz anmelden zu müssen.

Schlimmer noch hat es Kunden des AWD, inzwischen Swiss Life Select getroffen. Hier wurden Beteiligungen an Anleger verkauft, die sich die Beteiligung überhaupt nicht leisten konnten. Die findigen AWD Verkäufer haben dann einfach gleich noch den passenden Kredit zur unpassenden Anlage vermittelt und doppelt kassiert.

3-Länder-Fonds

Als der Fonds gegen die Wand gefahren ist, standen die Anleger auf einmal ohne ihr Geld und mit Kredit an der Backe da.

Das ist zweifelsohne höchstverwerflich und unethisch. Es appelliert auf schmerzhafte Weise aber auch an eine Fragekultur in Deutschland. Zu einem Kauf gehören schließlich zwei, einer, der verkauft und einer der am Ende die Kaufentscheidung trifft und kauft. Am Ende ist der wichtigste Grundsatz dieser:

Kaufe nur, was Du verstehst

Also vielleicht weniger derivative Finanzmarktinstrumente und mehr aktive und passive Investments mit Berücksichtigung der strategischen Asset Allokation bzw. des magischen Dreiecks der Geldanlage.

Update 28.02.2016: Mit German Pellest erleben wir derzeit die nächste Insolvenz im grauen Kapitalmarkt: Wirtschaftswoche: German Pellest. 224 Millionen Euro schuldet das Unternehmen Anlegern noch.

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
Dann melde Dich: per Mail beratung@finanzdiskurs.de oder Telefon +49 178 3484412

Das könnte dich auch interessieren

  1. Kinder und Geldanlage

    „Ihr Kinderlein kommet.“ Ab morgen weihnachtsmarktet es in Hamburg wieder. Sowohl Weihnachten

  2. Aus reich mach arm – Irrwege der Geldanlage

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.