Das magische Dreieck der Geldanlage

Thema: // Author: Arne Lotze

Warum überhaupt ein -eck?

Du hast einmalig oder monatlich etwas Geld über und denkst Dir: „Damit könnte ich doch mal was anfangen.“ Der Grund dafür mag entweder darin liegen, dass man das „eben so macht“, Geld nicht einfach herumliegen lassen, sondern in irgendeiner Form sparen oder er mag darin liegen, dass Du dem Ziel, dass nicht nur Du für Geld arbeitest, sondern Geld auch für Dich arbeitet, einen Schritt näher kommen möchtest.

Ohne Erfahrungen und Vorwissen wirst Du feststellen: An Angeboten mangelt es wahrlich nicht und keine Bank oder Kapitalanlagegesellschaft ist traurig, wenn Du ihr Dein Vertrauen schenkst.
Wer soll da durchblicken, welche Antworten sind entscheidend – und welche Fragen soll man sich und/oder dem Berater überhaupt stellen?

Dass da vieles im Argen ist, zeigt mindestens jedes Jahr aufs Neue die Vermögensaufteilung der Deutschen. Wenn man sich die anschaut, muss man sich beinahe wundern, dass die Deutschen immer mehr Vermögen besitzen. An der Güte der Geldanlagen liegt das wahrlich nicht:

Quelle: Bundesbank 2. Quartal 2014 F.A.Z. Grafik Heumann
Quelle: Bundesbank 2. Quartal 2014 F.A.Z. Grafik Heumann

Rund 40% des Vermögens der Deutschen liegt in Bargeld und Einlagen, die in der Niedrigzinsphase unter dem Kopfkissen beinahe ebenso gut aufgehoben wären. Ich glaube nicht, dass der Grund dafür darin liegt, dass die Deutschen eine faire Rendite nicht zu schätzen wissen. Ich glaube, das liegt vielmehr an mangelnder Überschaubarkeit und mangelndem Verständnis von Alternativen, denen man als Anleger naturgemäß nicht traut.

Wie aber durchblicken? Anhand welcher Kriterien prüfen?

Dafür gibt es ein -eck. Und weil es drei wesentliche Faktoren sind, die eine Rolle spielen, ist es ein Dreieck.

Das Dreieck der Geldanlage

Das Dreieck der Geldanlage legt nahe, sich mit drei Faktoren zu beschäftigen:

  1. Rentabilität
  2. Sicherheit
  3. Liquidität

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Wer die Frage „Wie ist es in meiner Anlage um 1.,2., und 3. bestellt“ stellt, erfährt darüber – einen kundigen Berater vorausgesetzt (das erfährt man en passant dann gleich auch noch) – ganz Entscheidendes über Chancen und Risiken  der Anlage und kann verhältnismäßig gut einschätzen, ob der Vorschlag zu den eigenen Erwartungen passt.

Deutlich wird auch, dass man nicht alles auf einmal haben kann. Eine Anlage, die maximal (also durch Schieben der Kreditkarte in den Geldautomaten) verfügbar ist, gegen die Insolvenz aller Marktteilnehmer gesichert und schwankungsfrei ist und dabei noch maximal rentabel ist, gibt es nicht.

Das nimmt nicht weiter Wunder, schließlich gibt es weder die eierlegende Wollmilchsau, noch den Sportwagen, der sich als Familien-Wohnmobil eignet und dabei nur 2 Liter Sprit auf 100 km verbraucht.

Das Dreieck als Eineck

„Und jetzt kommt das Perfide“, wie Mathias Richling als Alice Schwarzer sagen würde: Das Dreieck ist eigentlich ein Eineck. Versteh mich nicht falsch. Es ergibt eine Menge Sinn, sich über die drei Faktoren des -ecks Gedanken zu machen. Der einzige Faktor, der objektiv messbar ist, ist aber die Liquidität, der Faktor also, der darüber entscheidet, wann ich über mein Geld verfügen kann. Der nämlich ist messbar in Tagen, Wochen, Monaten, Jahren. „Sicherheit“ hingegen wird jeder Sparer anders definieren; ebenso „Rentabilität“ und so lässt sich trefflich diskutieren, wessen Definition von „Sicherheit“ oder „Rentabilität“ denn nun zutreffender ist.

Das ist bestimmt ein gewinnbringender Diskurs – am Ende wird das Dreieck aber doch ein Eineck. Wer eingedenk der Strategischen Asset Allokation die passenden Märkte für seine Geldanlage aussucht, macht damit schon 80%-90% richtig. Und die wiederum sagt aus: „Gut Rendite will Weile haben.“ Über lange Zeitreihen wird nämlich sogar die Rendite, der Ertrag einer Geldanlage recht sicher. Wer nur kurze Zeit Geld anlegt, muss sich entweder mit bedeutend weniger Ertrag oder einem höheren Risiko bescheiden – wobei ich eindeutig zum geringeren Ertrag raten möchte. Nennenswertes Risiko sollte grundsätzlich nur eingehen, wer über Spielgeld verfügt.

Viel Freude mit dem Ein- bzw. dem Dreieck der Geldanlage – und frage Deinen Berater beim nächsten Beratungsgespräch doch einfach mal, wie sich Deine Anlage, oder die, die er Dir vorschlägt, hier positioniert. Das könnte ein spannendes Gespräch werden.

Für den spannenden Schnitt des Videos zeichnet sich Claas Blüher verantwortlich:
Claasen auf YouTube

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
Dann melde Dich: per Mail beratung@finanzdiskurs.de oder Telefon +49 178 3484412

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