Cost Average Effekt

Thema: // Author: Arne Lotze

Cost Average Effekt, brauch ich den?

Brauchen tut man den nicht unbedingt, wenn man in einem Sparplan ratierlich Geld investiert, hat man ihn aber ohnehin an der Backe. Zu Deutsch ist der Cost Average Effekt der „Durschnittskosteneffkt“. Er beschreibt das Phänomen, dass man sich am Ende einer Spardauer den Durchschnittspreis eines Anteils anschaut und häufig feststellt, dass es vorteilhafter war, regelmäßig bei schwankenden Kursen anzulegen als alles auf ein  Mal in den Topf zu schmeißen.
Hier zeigt sich umgehend: Ohne schwankende Kurse auch kein Cost Average Effekt. Wer sein Geld – übrigens nicht wirklich sinnvollerweise – in Sparbücher, Festgelder und Bausparverträge investiert, hat mit dem Cost Average Effekt nichts zu tun.

Was tut der Cost Average Effekt?

Tun tut der nichts, er ist einfach da. Wenn man davon ausgeht, dass man jeden Monat 100 € in einen Investmentfonds spart – Investmentfonds haben Anteile einerseits und schwankende Anteilpreise andererseits – bekommt man für seine 100 € nie die gleiche Anzahl von Anteilen. Mal mehr (wenn die Preise gerade nach unten geschwankt sind), mal weniger (wenn die Preise nach oben geschwankt sind). Schön daran ist natürlich, dass man sich beim steten Nachkaufen also auch über niedrige Preise freuen kann. Wer ein Mal Geld anlegt, kann nur darauf warten, dass sich das Vermögen insgesamt – schwankend aber – mehrt.

Wie ist der Cost Average Effekt zu bewerten?

Das kommt drauf an. Häufig ist er realiter ein erfreulicher Effekt. Es lassen sich aber ebenso Szenarien finden, in denen das nicht so ist. Angenommen, die Preise steigen in einer langen Boom-Phase stetig, ist das Ergebnis besser, wenn man die gesamte Einlage auf Einmal eingebracht hätte. Beurteilen kann man das nur im Rückblick, investieren hingegen aber nur in der Vorausschau.

So kommt es auch, dass sich die Wissenschaft noch streitet, ob der Cost Average Effekt nun wichtig ist oder nicht.

Was anfangen mit dem Cost Average Effekt?

Nicht viel. Zu wissen, dass es ihn gibt, ist gut. Und es hilft in der Tat, die Laune zu heben, wenn die Märkte mal nicht so wollen wie es dem eigenen Depot gut tun würde. Schließlich es eines jeden Anlegers Traum genau dann zu kaufen, wenn der absolute Preis-Tiefpunkt erreicht ist und man im gefühlten Sommerschlussverkauf für die Hälfte investiert. Das klappt nur nicht, siehe Behavioral Finance.

Wichtig sind noch drei Dinge:

1. der Cost Average Effekt sollte niemals DAS Kaufargument sein sollte. Dazu ist er schlichtweg zu wenig effektiv.

2. bei sehr langen Sparplänen wird der Effekt irgendwann nichtig. Bei einem riesigen Bestand und verhältnismäßig kleinen Zukäufen ist einfach viel wichtiger, welchen Preis der Bestand hat.

3. Es gibt den Cost Average Effekt auch bei Auswahlplänen, daher sollte man überlegen, ob man das Risiko schwankender Kurse während der Auszahlungen tragen möchte.

Ich wünsche frohes Tomatenkosten, die hoffentlich weit besser als nur durchschnittlich lecker sind!

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