Behavioral Finance

Thema: // Author: Arne Lotze

Behavioral Finance – Wer?

Klingt abgefahren, ist es aber gar nicht. Behavioral Finance beschäftigt sich mit dem Wirken von Menschen auf den Finanzmärkten, beispielsweise also damit, wie Menschen sich benehmen und verhalten, wenn es zu kurzfristigen Kursgewinnen oder -verlusten kommt oder auch zu länger anhaltenden Perioden der einen oder anderen Art.

All die bemerkenswerten Kursausschläge – die Rede ist also ausschließlich von Anlageformen, die überhaupt Kurse haben, mit dem Sparbuch hat das wenig zu tun – legen den Schluss nahe, dass Emotion, Herdentrieb und psychologische Phänomene wie Panik oder Euphorie durchaus eine Rolle spielen an den Märkten – und, dass der Mensch vielleicht weniger homo oeconomicus ist als er es gerne wäre.

Behavioral Finance für mich als Anleger

Bemerkenswert ist auch, wie Annahme und Realität auseinanderklaffen, was einen längeren Verlauf von Investments angeht, der auch Krisenzeiten beinhaltet.

timing dilemma

Der Wunsch eines jeden Anlegers, wenn es nicht um das eigene Geld sondern lediglich Theorie und Vergangenheit geht, ist natürlich: ich kaufe am absoluten Tiefpunkt günstig ein und verkaufe dann ganz oben wieder. Das Problem ist allerdings, dass einem vorher niemand sagt, wann „ganz unten“ ist und wie lange es bis „ganz oben“ dauert. Und, aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Theorie viel weniger bedrohlich anfühlt als der  Blick auf den eigenen Depotstand in Euro, wenn der Markt sich gerade 20% nach unten korrigiert hat. Zu wissen, dass das dazugehört und dass vielleicht sogar ein guter Zeitpunkt ist, um günstig nachzukaufen und auch so zu handeln, kostet in der Realität einige Disziplin.

Wir lernen daraus

Daraus lernen wir einmal mehr, dass wir uns Schwankungen nur bei langfristigen Investments erlauben sollten. Siehe die Strategische Asset Allokation. Vielleicht hilft durchaus auch der Cost Average Effekt dabei gute Laune zu bewahren, wenn man für das gleiche Geld, für das man vor einigen Wochen noch zwei Tomaten bekommen hat, plötzlich vier bekommt. Und wir lernen weiters, dass das Streuen von Geld ungemein wichtig ist, um Risiko zu minimieren. Ein sinnvolles Vehikel dafür sind Investmentfonds.

Investment-Weisheiten

Die gibt es auch. So heißt es beispielsweise “Sell in may and go away” oder “Remember to come back in September”. In der Vergangenheit hätte das sogar funktioniert:

sell in may

Das hilft nur überhaupt nichts, weil wir in der Vergangenheit nicht investieren können. Und ob sich das gerade laufende Jahr nun so verhält wie die Vergangenheit, kann einem kein Mensch sagen. Sicher, gewissen Wahrscheinlichkeiten lassen sich durchaus ableiten – aber eben keine Gewissheiten.

Gewiss scheint heute lediglich, dass Kostolanys Idee, Aktien zu kaufen, Schlaftabletten zu nehmen und 10 Jahre später wieder aufzuwachen, nicht mehr im gleichen Maße funktioniert, wie auch das Handelsblatt zu bedenken gibt. Die Bewegungen an den Märkten sind seit der Finanzkrise 2008 – der ersten, in der soziale Medien und das Internet rege genutzt wurden – nervöser geworden und das Anpassen der Taktik innerhalb der Anlagestrategie wie beispielsweise „Anleihen raus“ ist heute notwendiger als damals. Ich rate daher zu einem unabhängigen, kundigen Berater, der sich regelmäßig um das Gedeih des Depots kümmert.

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
Dann melde Dich: per Mail beratung@finanzdiskurs.de oder Telefon +49 178 3484412

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