Aus reich mach arm – Irrwege der Geldanlage

Thema: // Author: Arne Lotze

Der Rat des Astronauten

Am 8. Mai war unser deutscher ISS Astronaut und Hamburger Promotionsstudent Alexander Gerst zu Gast an der Hamburger Universität. Seine wichtigste Botschaft war: „Macht, was Euch Spaß macht, nur dann seid Ihr gut darin. Und gebt Eurem Traum zumindest eine Chance.“

Sicher ein sympathischer, authentischer und nicht zuletzt guter Rat.

Zwei Gruppen erfolgreicher Menschen, denen man eine solche Laufbahn häufig zuschreiben würde, sind Profisportler und Ärzte.Nicht jeder aber viele von ihnen verdienen riesige Summen – die Profisportler häufiger, die Ärzte über einen längeren Zeitraum. Und doch kommt es vor, dass sich diese Reichtümer in Armut auflösen.

Geldanlage – Aus reich mach arm

78% aller US Football Spieler sind schon zwei Jahre nach Karriereende in finanziellen Schwierigkeiten oder gar pleite, lesen wir um Focus:
Focus: 78% aller NFL Spieler in finanziellen Schwierigkeiten

Im deutschen Fußball sind es immerhin 25%, so die Welt:
Welt: Jeder vierte Profi ist am Karriereende pleite

Das ist erschreckend, unter Umständen aber im Rahmen des Vorstellbaren. Insbesondere mein Bild von Footballspielern ist nicht unbedingt deckungsgleich mit dem eines Geistesriesen.

Nun lese ich im Focus, dass Dr. Müller-Wohlfahrt viele Millionen Euro verloren habe und das Haus in Grünwald verkauft habe. Ein studierter, gar promovierter Mann also, dem wahrscheinlich mehr noch als manchem Kollegen qua Erfolg in der Welt des Sports das Etikett „Gott in weiß“ anhängt:

Focus: Müller-Wohlfarth pleite

Wie kann das passieren?

Die Frage ist so berechtigt wie naheliegend. Und in der Tat: Das MUSS überhaupt nicht passieren. Mit der Geldanlage ist es nämlich wie mit dem Sport. Wer ein hohes Fitnesslevel hat, muss gar keinen Riesenaufwand betreiben, um in Schuss zu bleiben. Wo der Kleinanleger zuweilen um einen Prozentpunkt kämpft, um sich ein 13. oder 14. Monatsgehalt über die Rendite seiner Anlage zu verdienen, kann der Millionär grundsätzlich auch mehr langweilig als nur konservativ investieren. Wer 2 Millionen Euro zu 2% p.a. anlegt, verdient sich schon im ersten Jahr 40.000 €. Und nach zehn Jahren sind es sage und schreibe 437.998,84 € an Zinsen.

Und viele Millionäre machen das wahrscheinlich so, sonst lägen nicht ein so großer Teil des Vermögens der Deutschen im Geldmarkt: In Festgeldern, auf dem Tagesgeldkonto und irrwitzigerweise auf dem Sparbuch – minimale Zinsen bei eingeschränkter Verfügbarkeit, na Bravo …

Das kann man also machen. Trotzdem treibt es einem Tränen ins Auge, da man mit Sicht auf zehn Jahre mit recht wenig Aufwand sicher auch 3% p.a. oder auch 4% p.a. erzielen kann. Und da sind es nach zehn Jahren dann schon 960.488,57 € an Zinsen.

Wie aber kann das denn nun passieren?

Nun, durch eine Mischung aus Unkenntnis und Selbstüberschätzung wahrscheinlich.

Menschen, die etwas mit so viel Freude machen, dass sie es so gut können, dass sie von Vielen dafür bewundert werden, unterstellen sich möglicherweise mehr oder minder bewusst, alles zu können. Der Erfolg gibt ihnen schließlich recht.

Der Denkfehler liegt auf der Hand: Zweifelsohne sind sie außerordentlich gut und erfolgreich in irgendetwas und haben damit viel Geld verdient. Sie wissen deswegen aber nicht automatisch wie man Geld für sich arbeiten lässt.

Reich bleibt reich, aus arm mach reich

Worin besteht die Lösung? Entweder, man übt sich – siehe oben – was die Rendite angeht, in Demut und Bescheidenheit. Wenn man nicht nur der Promi-Arzt of the Universe sein möchte, sondern auch die Geldanlage of the Universe möchte, wird man vor lauter Arztsein wahrscheinlich zu wenig Zeit haben, sich selbst zu kümmern. Sinnvollerweise kauft man sich dann Expertise ein. Vollkommen egal aber um wie viel Geld es geht und wie sensationell sich der Anlageberater selbst findet, führt kein Weg daran vorbei, mündig über seine Geldanlage selbst zu entscheiden. Fragen sind dabei unbedingt erwünscht! Der Anlageberater möge unbedingt den Informationstransfer leisten und Vorschläge machen. Wenn er gut ist, ist aber nicht nur die Anlage gut gewählt – sondern für den Anleger auch verständlich. Wer ohne jede Grundfitness an einer CrossFit Gruppe vorbeiläuft und sich die spektakulärste Übung für zuhause abschaut, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit verletzen. Und wer Geld so untransparent anlegt, dass er keinen Schimmer hat, was damit eigentlich passiert – und wie groß etwaige Verlustrisiken sind, kann zumindest nicht ausschließen, dass die Risiken irgendwann mal nicht etwaig sondern sehr real sind.

Und ja, auch für den Laien und auch für den immens eingespannten Menschen auf dem sportlichen, ärztlichen oder Ingenieurs-Olymp existieren Anlagen, die gleichermaßen faire Renditen versprechen wie sie transparent und verständlich sind: beispielsweise ein konservatives Investment in Investmentfonds oder ETFs, immer eingedenk der Strategischen Asset Allokation. Was das nun alles ist, im bewegten Bild und mit Konfetti hier:

Strategische Asset Allokation

Investmentfonds

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
Dann melde Dich: per Mail beratung@finanzdiskurs.de oder Telefon +49 178 3484412

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