Anleihen raus

Thema: // Author: Arne Lotze

Keine Angst vor Geldanlage

Geldanlage ist im Grunde nicht schwierig. Manchmal dann aber doch nicht so einfach. In diesem Video geben wir den Rat unter Freunden, Anleihen zumindest vorübergehend aus dem Depot zu entfernen.

Für wen ist das relevant

Relevant ist das mindestens für all diejenigen, die Anleihen im Depot haben, oder aber Investmentfonds, die Geld in Anleihen investieren. Es ist aber auch relevant für jeden, der grundsätzlich ein Interesse an Geldanlage hat, schließlich handelt es sich bei Anleihen um einen der klassischen vier Kapitalmärkte, die wir aus der strategischen Asset Allovation kennen. Und „klassisch“ wird man ja nicht von heute auf morgen. Es ist darüber hinaus auch relevant für all diejenigen, die in ein Versorgungswerk einzahlen oder in eine Altersvorsorge mit klassischem Deckungsstock wie eine Kapitallebensversicherung, ein Riester Produkt oder eine betriebliche Altersvorsorge.

Die Vielzahl der Verlinkungen auf andere Beiträge zeigt: relevant ist es im Grunde für jeden. Handlungsbedarf allerdings besteht nur bei denjenigen, die überhaupt selbst entscheiden können, ob sie in Anleihen investieren oder nicht. Das wiederum können Anleger nur auf ihrem Depot oder in ihrer fondsgebundenen Altersvorsorge.

Was heißt überhaupt Anleihen?

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere – auf Deutsch sagt uns das: irgendjemand, der diese Wertpapiere herausgeben darf, also Staaten oder Unternehmen, braucht Geld und möchte sich das nicht von der Bank leihen. Mehr Leuten die Möglichkeit geben, sich als Miteigentümer am Unternehmen zu beteiligen (in Form von Aktien) möchte das Unternehmen auch nicht. Also leiht es bzw. ein Staat sich bei großen und kleinen Anlegern. Automatisch ist klar: wenn Unternehmen oder Staat nicht zahlungsfähig sind, wenn man sein Geld eigentlich wiederbekäme, schlägt der Konjunktiv zu – bekäme, ist dann nämlich nicht. Weil die Zahlungsunfähigkeit nun unterschiedlich wahrscheinlich ist, gibt es Anleihen mit hohen Zinsen (wenn es riskant wird) und mit niedrigen Zinsen (im Falle deutscher Staatsanleihen beispielsweise kann man sein Geld aktuell auch gleich auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen). Man spricht hier vom „Emittentenrisiko“. Abgesehen davon bekommt man seine Zinsen jährlich brav und artig gut geschrieben, eine recht sichere, konservative Sache also. Vorausgesetzt, man möchte nicht vor Ablauf der Zeit, für die man sein Geld verliehen hat, sein Geld zurück. Dann braucht man nämlich jemanden, der einem die Anleihe abkauft.

Da kann es problematisch werden

Wenn meine Anleihe nämlich mit 2% verzinst ist und seit zwei Jahren schon läuft, heute aber eine neue Anleihe herausgegeben wird, die mit 4% verzinst wird, läuft meine Anleihe zwar früher aus und man bekommt das Geld schneller zurück – was gut ist. Man muss sich während der Zeit aber mit der geringeren Verzinsung begnügen. Ein Käufer würde mir also weniger Geld für meine Anleihe zahlen, als sie mal wert war. Das ist im Grunde vergleichbar mit dem Preis für ein Smartphone, wenn eine neue Generation auf den Markt kommt.

Marktzins Anleihenzins

Anleihen raus

Genau aus diesem Grunde kann „Anleihen raus“ eine gute Idee sein. Das Zinsniveau ist aktuell nämlich sehr niedrig und entsprechend schlecht verzinst sind Anleihen seit einigen Jahren. Gleichzeitig sind die USA Europa einiges voraus und werden irgendwann in naher Zukunft den Leitzins anheben – namentlich wird das Janet Yellen von der FED tun. Sobald sie das tut, gibt es schicke neue US-amerikanische Anleihen mit höherem Zins. Dadurch werden dann all die schlechter verzinsten, älteren Anleihen unter Druck kommen.

Daher raten wir unter Freunden: prüfe am besten, ob das für Deine Geldanlage relevant ist und falls ja, wende Dich an einen unabhängigen und fachkundigen Berater Deines Vertrauens.

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
Dann melde Dich: per Mail beratung@finanzdiskurs.de oder Telefon +49 178 3484412

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