Frontal21 “Tote riestern nicht”

Thema: // Author: Arne Lotze

Nachdem Finanztest gerade noch der Meinung war, es gebe bei Riester glänzende Renditen, stellt Frontal21 sehr richtig fest:

Riester Renditen sind jämmerlich

und Tote riestern nicht. Um überhaupt in den Genuss einer Rendite zu kommen, die ihren Namen verdient, müssen Riester Sparer steinalt werden. In Form von Riester und Äpfeln wurde das auf finanzdiskurs längst als Skandalon mit Konfetti beworfen. Mit einer cleveren Altersvorsorge jedenfalls hat Riester wenig gemein. Dabei hat es die Politik einigermaßen gut gemeint. Sicher, die Riester Förderung wurde nur eingeführt, um ein gerade erst gesenktes Rentenniveau auszugleichen, aber nett war das ja dennoch.

Wie konnte das dann passieren?

Das schließt durchaus alle Beteiligten mit ein:

1. Die Bundesregierung. Das sind doch hoffentlich schlaue Menschen. Wie konnten die denn nicht durchdringen, dass das was gut gemeint war in der Umsetzung durch Versicherungsunternehmen vollkommener Humbug war?

2. Die Versicherungsverkäufer in Agenturen, Banken und bei Finanzdienstleistern. Sie allen voran hätten doch in der Lage sein müssen, rechnerisch nachzuvollziehen, dass Riesterverträge zum Kapital- respektive Rentenaufbau Schwachsinn sind?

3. Die Verbraucher. Sicher, der Bundesregierung und dem netten Mann von der Bank, bei dem schon Oma ihr Sparbuch hatte, vertraut man erstmal. Aber 250 Jahre nach Immanuel Kant darf der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit dann vielleicht doch so weit gehen, dass man bei Beträgen, die sich Richtung 80.000 € über die gesamte Einzahldauer bewegen, etwas genauer prüft, wer sich ewig bindet. Da geht es wieder, das Gespenst aus der HASPA Werbung: „Tschüss Ausreden. Nur 15 Minuten. Die HASPA Riester Rente“.

Und nun?

In meiner Wahrnehmung ist Riester nicht mehr das große Vertriebsthema. Das ist erfreulich. Allerdings ist die Deutsche Rentenversicherung immer noch eine Frittenbude, wenn Anfang 2016 tatsächlich die Renten um bis zu 5% angehoben werden sollen.

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Wenn man sich das leisten kann, sollte man sich vor allem Rücklagen leisten, damit aus dem Solidarsystem endlich mal eines wird. Stattdessen geht der „ich-will-wiedergewählt-werden“-Opportunismus in die nächste Runde. Armes Deutschland –exklusive der Versicherer, bei denen sind ja die Riesterzulagen gelandet.

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