Artikel mit blendenden Riester Renditen

Thema: // Author: Arne Lotze

Wer testet eigentlich Finanztest?

„Reinhard Met steh mir bei“, dachte ich mir, als ich heute den aktuellen Versicherungsjournal Newsletter gelesen habe. Versicherungsjournal: Finanztest Riester mit glänzenden Renditen

riester glänzend
Und das lag nicht an Herbstgewitter über Dächern – denn wir sind mitten im Sommer, in dem es in Hamburg eben gerne auch mal von vorn regnet.

Vielmehr „schreib ich Euch besser schon beizeiten“, dass ich diesem schlechten Test kein gutes Geld hinterhergeworfen habe. Die 1,50 € sind ungefähr überall sonst besser aufgehoben.

Nachdem ich schon wagte, zu glauben, dass so langsam bei ziemlich jedem Verbraucher angekommen ist, dass Riesterverträge gut gemeint und schlecht gemacht sind und das dann doch erst recht für Journalisten aus dem Finanzressort gelten musste, schreibt ausgerechnet Stiftung Warentest: „Riester lohnt sich doch“. Bis zu 8% Rendite sind möglich. Von „Zulagenrendite“ ist die Rede, die unabhängig sei vom Zinsniveau an den Märkten.

Nun, bei Finanztest scheint man Test durchzuführen, unabhängig vom Verständnis des Testsubjekts.

test.de Riester mit glanzvoller Rendite

Ich halte es mit einer Professorin von mir aus Studienzeiten: „Ich könnte Ihnen jetzt im Einzelnen auseinanderlegen, warum das völliger Unsinn ist. Mach ich aber nicht.“

 

epic fail

Soviel dann aber doch:

Wann bitteschön ergibt es denn Sinn, von einer Rendite zu sprechen?

Richtig. Am Ende aller Zahlungsströme. Entweder das, oder wenn jederzeit die Möglichkeit besteht, auf das gebildete Kapital zuzugreifen – was im Grunde ja auch nur ein großer, mehr oder minder planmäßiger Zahlungsstrom ist.

Es gibt also Zahlungsströme in das Vertragskapital. Im Beispiel von Riester sind das Einzahlungen des Sparers und Zulagen.

Und es gibt Zahlungsströme aus dem Vertragskapital. Das passiert im Beispiel von Riester ausschließlich in drei Formen:

  1. Eine monatliche, lebenslang gezahlte Rente.
  2. Die Möglichkeit ein einziges Mal, zu Beginn der Verrentung höchstens 30% zu entnehmen. Mehr geht nicht, und später geht auch nicht.
  3. Bei Kündigung vor Rentenbeginn das Vertragskapital. Allerdings müssen erhaltene Zulagen dann zurückgezahlt werden, weil sie „schädlich verwendet“ wurden.

Es ist ja nicht so, dass ich darauf Gebetsmühlen schwingend schon seit Jahren herumreite aber HIMMEL-HERR-GOTTS-SAKRA, es ergibt insofern ausschließlich Sinn bei Riester von einer Rendite zu sprechen, wenn man sagt, zu welchem Zeitpunkt man das tut!

Oder wie Frontal21 feststellt: „Tote riestern nicht

Was bitte passiert denn mit Sparern, die während der Rentengarantiezeit von meinetwegen 10 Jahren sterben? Da können die lange in die Gruppe derer gehören, für die sich Riester gemäß Finanztest glänzend rechnet. Mag ja sein, dass das Vertragskapital sich um 8% p.a. gemehrt hat. Das hilft dem Sparer, der stirbt, bevor er auch nur seine eigenen Beiträge ausgezahlt bekommen hat, überhaupt nicht.

Als Anleger – und Altersvorsorgende sind genau das – interessiert mich doch, was am Ende für mich herauskommt und nicht, was irgendwo virtuell im Betriebsvermögen des Versicherers herumschwirrt und mir Rentenansprüche sichert.

Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei. In diesem Falle ist die Hoffnung, der Rasen, auf dem die Narren grasen, die Größte unter ihnen. Dass es irgendwann wirklich jeder verstanden hat und die, die da im Schrank schlafen, putzmunter aufwachen.

Das, und dass ich irgendwann dann doch mal einen Kunden treffe, für den Riester eine sinnvolle langfristige Geldanlage ist. Theoretisch soll es die ja geben.

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