Altersvorsorge und Pflege

Thema: // Author: Arne Lotze

Altersvorsorge und Pflege?

Was so verrückt daherkommt, ist ungemein sinnvoll – eigentlich ist ja das Ziel, möglichst lange, möglichst gesund und möglichst komfortabel zu leben. Damit das klappt, legen Sparer jetzt Geld beiseite, damit sie später möglichst viel Lebensstandard davon kaufen können. Was hat das nun mit Pflege zu tun? Ist das nicht gerade das Gegenteil vom Ziel?

Ich antworte mit einem klaren Jein! Denn es gibt eine große Schnittmenge: Sowohl das Risiko alt zu werden als auch das Kostenrisiko durch Pflege, gehören in der Regel ins letzte Lebensdrittel. Beides, der komfortable Lebensspätnachmittag wie auch die Pflege in einer entsprechenden Einrichtung kosten eine Menge Geld. Da man das dann nicht mehr verdient, muss man es jetzt verdienen und sparen, damit später genügend davon da ist.

Quelle: Prof. Raffelhüschen Vortrag 2015
Quelle: Prof. Raffelhüschen Vortrag 2015

Für beides bietet der Versicherungsmarkt Lösungen – und die Masse davon ist aus Verbrauchersicht nicht sinnvoll. Das Thema Altersvorsorge wurde auf finanzdiskurs längst hoch und runter dekliniert, schlaglichtartig etwa die Kapitallebensversicherung/der legale Betrug und Riester/der legale Betrug 2.0, sowie auch der Hinweis darauf, wie eine clevere Altersvorsorge aussehen könnte – vielleicht ja ohne Garantie?!

Pflege: Leistungen und Lücken

Für beides gibt es auch Ansprüche aus dem deutschen Sozialversicherungssystem, das ungemein gerne so solidarisch wäre wie es der Name vorgaukelt: ist nicht. Das führt dazu, dass beträchtliche Lücken entstehen:

pflege Leistung lücken

Die letzte Reform hat zwar Mehrleistungen gebracht, die aber so gering sind, dass sie die Lücke kaum verringern. Hinzu kommt, dass wir uns gemäß Prof. Raffelhüschen in goldenen Zeiten leben. Es gab nämlich noch nie so viele Beitragszahler in die sozialen Sicherungssysteme und so hohe Steuereinnahmen wie heute. Ab jetzt steuern wir demographisch auf dustere Zeiten zu, die Bevölkerungsurne grüßt vom Horizont.

demographischer Wandel

Notwendige Reformen werden der „schwarzen Null“ geopfert und wir erleben Reformen, die diesen Namen nicht verdienen, so etwa der Vorsorgefonds, der eingeführt wurde.

Vorsorgefonds
Quelle: Prof. Raffelhüschen Vortrag 2015

Wenn wir einen Unterschied in der prognostizierten Beitragsentwicklung suchen im Szenario mit und ohne Fonds sehen wir, dass wir (fast) nichts sehen. In einem Wort zusammengefasst: Augenwischerei.

Wir werden also unseren besten Mann schicken müssen, wenn uns das Lückenschließen sonst niemand abnimmt.

Pflege: Lösungen

Wo es Lücken gibt, gibt es selbstredend auch Versicherer, die Lösungen bauen. Die waren lange Zeit nur nicht zufriedenstellend. Schon in zu jungen Jahren zu teuer und zu unflexibel. „Was soll ich denn noch alles absichern? Haftpflicht muss ich, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, meine Krankenversicherung und jetzt auch noch Pflege?“

Total cool wäre?

Richtig cool wäre natürlich, wenn wir das Pflegerisiko wegzaubern könnten. Das kriegen wir aber nicht hin. Auf der Coolheitsskala darunter käme dann eine Lösung, mit der es möglich ist, das Pflegerisiko in jungen Jahren schon abzusichern zu einem Beitrag, der bezahlbar ist.

Das führt dann zu zwei Optionen:

  1. Alles geht gut und ich kann qua Geldanlage – und wie wir wissen, ist Altersvorsorge eine Geldanlage – so viel Kapital ansparen, dass ich gar keine extra Pflegeversicherung brauche. Dann war es gut, die Option für den worst case gehabt zu haben – und dafür nicht allzu viel Geld bezahlt zu haben.
  2. Es holpert auf dem Weg zum Lebensspätnachmittag. Dann kann ich später eine richtige Pflegeversicherung abschließen, ohne Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Der Beitrag wird dann zwar recht teuer – für ein großes Risiko aber fair sein.

Das setzt übrigens eins voraus: Eine Altersvorsorge, die oben genanntes „Altersvorsorge ist Geldanlage“ mitgeht. Das Pflegekostenrisiko ist recht hoch und kann vor allem dazu führen, dass der Bedarf an monatlicher Liquidität sprunghaft ansteigt. Eine Altersvorsorge, die monatlich unflexibel gerade so viel Rente auszahlt, dass man davon als Nicht-Pflegefall leben kann, hilft da wenig. Auch deswegen sollte man sich eine Altersvorsorgelösung aussuchen, die clever im Sinne von transparent und flexibel ist.

So gibt die gleichzeitige Betrachtung von Altersvorsorge und Pflegevorsorge also eine Menge Sinn – und wer das nicht alleine unternehmen möchte, suche sich einen Berater, der beides mitgeht:

  1. Altersvorsorge ist eine Geldanlage und
  2. Die Absicherung des Pflegekostenrisikos braucht Flexibilität und Optionen
Ich hoffe, dieser Beitrag hat Dir mindestens Unterhaltung und bestenfalls einen Erkenntnisgewinn beschert! Er stellt selbstverständlich keine Beratung dar. Du möchtest aber gerne Beratung haben?
Dann melde Dich: per Mail beratung@finanzdiskurs.de oder Telefon +49 178 3484412

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